Robert de Molesme regt zweifelnd die Hand gen Himmel. Sollte er wirklich an diesem regenreichen Ort das Kloster von Citeaux gründen?
Die schönsten Blumen sind manchmal die standhaftesten. Sie suchen sich einen kargen Fleck um mit ihren Blüten zu beeindrucken. Das schaffen sie selbst bei stärksten Regen.

Le jardin est-il florissant

Die Substanz des Klosters ist im Laufe der Geschichte geschrumpft worden und war letztendlich aufgebraucht. Die Französische Revolution hat ihr Übriges dazu getan. Sichtbar ist das im historischen Gebäudebestand. Von der einst grossen und stolzen Abtei sind nur zwei nennenswerte Gebäude übrig. Das sind die Bibliothek und das ehemalige Novizenhaus neben ein paar Säulenresten. Klösterliches Leben war im 18. Jahrhundert in Citeaux ausgelöscht. Durch einige Launen des Schicksals jedoch gelangten religiöse Gemeinschaften wieder in den Besitz der Liegenschaften des einstigen Klosters. Mit Ausgang des 19. Jahrhunderts kehrte zisterziensisches Leben nach Citeaux zurück. Im Jahre 1898 besiedelten Trappisten die Abtei von Neuem. Bescheiden ist ihr Auftreten. Sie leben in Klausur und lieben die Abgeschiedenheit. Ein wenig Teilhabe schenken sie uns mit Besichtigungstouren, dem schattigen Weg der Stille und ihrem Käse.

Der Wege der Stille bleibt als Einzigstes, wenn alles in der Abbaye Citeaux verschlossen ist.
Die Aussenmauern der Abbaye Citeaux lassen die einstige Grösse des Mutterklosters der Zisterzienser erahnen.
Die Gebäude der einst so stolzen Abbaye Citeaux sind geschliffen. Heute bleibt einzig ein weiter Blick über baumbestandene Wiesen.
Was wären Frankreich und das Burgund ohne seine Lilien?

Même les plus petits grandissent

Die Gartenanlagen der Zisterzienserabtei von Citeaux bestechen nicht durch besondere Schönheit und Rafinesse in der Gestaltung oder beeindruckenden mit Pflanzen. Heilkräuter und -pflanzen sind nicht das Geschäft der Mönche von Citeaux. Tees und weitere heilpflanzliche Zubereitungen beziehen sie aus anderen Klöstern. Das Angebot im Klosterladen präsentiert eine  gute Übersicht, was in Frankreichs Klöstern diesbezüglich alles hergestellt wird. Im Bewusstsein um die Grossartigkeit der Geschichte und seiner Bedeutung haben wir dem Klostergarten der Abbaye Citeaux diesen Beitrag gewidmet.

Der Obstbaumbestand gehört in jeden Klostergarten aus Notwendigkeit, zur Freude und zum Genuss.
Die alte Bibliothek steht mitten auf den baumbestandenen Wiesen.
Poleiminze wie sie in keinem Klostergarten fehlen darf.

Info und Anreise:

Interessierte sollten sich unbedingt vor dem Besuch mit den Modalitäten vor Ort vertraut machen. Wer den Bus von Dijon nehmen möchte, kann nicht auf die Mobigo-App vertrauen! Sie hat im Laufe der Jahre ihre Funktionalität eingebüsst. Hilfreich bei telefonischen Bestellungen für die sogenannten Ruf-Busse sind in den Hotels die Mitarbeiterinnen an der Rezeption.

https://citeaux-abbaye.org