Mitten in Gottes grossem Garten

Konsequent in zisterziensischer Tradition gründeten sie ihr Kloster fernab grosser Städte und Orte im Grunde eines Tales. Sie leben von der Arbeit ihrer Hände. Mitten im Wald am Fusse der Cottischen Alpen, im Westen des Piemonts, haben sich Ende des 20. Jahrhunderts Zisterziensermönche niedergelassen. Wer dorthin will, muss sich auf einen zweieinhalb Stunden dauernden steilen Fussmarsch gefasst machen. Der Weg führt über Serpentinen durch Kastanienwälder vorbei an alten Bauernhöfen. Beim Aufstieg wird die Luft leichter und der Lärm zivilisatorischer Geräusche weicht. Die Stille wird dominiert vom Zwitschern der Vögel, dem Rauschen der Bäche und Quellen. Der Hinweis auf die Gemarkung Pra’d Mill ist zugleich der Wegweiser zum Kloster Dominus Tecum.

Die Gebäude des Klosters Dominus Tecum in Pra'd Mill schmiegen sich harmonisch in die Landschaft.
Mariä Verkündigung in einer Version des französischen Bildhauers Jean Pierre Augier.

Frischer Blick auf Altbekanntes

Maria tanzt mit dem Engel. Mit einem kleinen Perspektivenwechsel sieht es sogar aus, als ob die beiden streiten. Tatsächlich hat der französische Bildhauer Jean Pierre Augier mit beiden Bronzefiguren die Verkündigung des Engels geschaffen. Sie stehen im Rasen am Fusse des Aufgangs zur Klosterkirche. Der landschaftliche Bezug verstärkt die ambivalente Wirkung beider Figuren auf die Betrachter. Damit ist dem Künstler und seinen Auftraggebern etwas ganz Wunderbares gelungen. Eine statische Deutungshoheit ist durch eine freie uneingeschränkte und frische Sichtweise ersetzt. Gänzlich unerwartet fröhlich präsentiert sich Maria mit dem Jesuskind links neben dem Altar in der Klosterkirche. Das ist ein Lobpreis für das Lebens.

Blick über die Apfelplantage des Monastero Dominus Tecum in Pra'd Mill.
Blühende Aroniasträucher im Kloster Dominus Tecum im Piemont.
Bienenstöcke und ihre Völker versorgen die Mönche des Klosters Dominus Tecum im Piemont mit Honig aus dem Wald.

Lohnenswerter Gegenentwurf

Heilkräuter aus dem Klostergarten

Im Klostergarten dienen die Weissdornsträucher vorrangig zur Zierde. Dass sie Vögeln und kleineren Tieren gerne Unterschlupf gewähren, ist ihren Stacheln zuzuschreiben. Dabei kann der Weissdorn noch viel mehr. Er ist ein Herzensstärker!

Blühender Weissdorn im Monastero Dominus Tecum im Piemont.

Ausblick aus der Klosterkirche des Monastero Dominus Tecum.
schiefergedeckte Dächer und Naturstein-Kamine prägen das Bild von Dominus Tecum dem Zisterzienserklsoter.
Blick auf die Landschaft aus einer Fensteröffnung der Klosterkirche.
Zisterziensermönche leben in Klausur auch im Monastero Dominus Tecum von Pra'd Mill.

Nichts für alle

Frei fühlen sich die Besucher des Monastero Dominus Tecum. Es gibt nicht viele Verbotsschilder für die Gäste. Eines wollen die Mönche bei aller Offenheit aber respektiert wissen. Das ist ihre Privatsphäre. Was sich hinter den Abgrenzungen verbirgt, erweckt sicherlich hin und wieder Neugierde. Die bewusste Abgrenzung brauchen sie dennoch für die Ausübung ihrer klösterlichen Berufung. Das sollten wir respektieren.

Ein parkähnliches Gelände umgibt die Bauten des Monastero Dominus Tecum in Pra'd Mill.
Walderdbeeren gibt es reichlich rings um das Kloster Dominus Tecum. Die Blätter sind brauchbar für einen guten Kräutertee.
Die Pflanzenvielfalt rings um das Monastero Dominus Tecum zeigt sich auch in den zahlreichen Kleearten.

Info und Anreise:

Der kürzeste Weg zu Fuss führt von Bagnolo Piemonte. Ab Pinerolo gibt es eine Busverbindung (Richtung Barge).

https://www.dominustecum.it