Hinterwäldler sind sie nicht. Das Zisterzienser-Priorat Langwaden steht zwar mitten im Wald, und die Menschen finden doch zu ihnen. Es sind die hohe Laubbäume von Auwäldern, wie sie im Rheinland rings um Düsseldorf und Neuss nicht selten sind. Der Eingang von der Landstrasse ist sehr bescheiden. Wer zu schnell unterwegs ist, verpasst den Zugang kurz hinterm Ortseingangsschild noch vor der Bushaltestelle. Die Hinweise aufs Kloster sind rar und recht dezent gehalten. Es lohnt sich bei der Anfahrt ein Blick auf die Karte oder in die App. Ruhig und unprätentiös ist die Atmosphäre rings um das kleine Backsteinschloss. Türen und Tore stehen offen. Die Klosterkapelle lädt zum Verweilen und zu den Gebetszeiten ein. Auch wenn die Mönche in Klausur leben, ist das Kloster Langwaden kein geschlossener Raum.

Ein Schloss für Mönche
Vieles bleibt den Blicken der Betrachter verborgen. Manches lässt sich nur erahnen. Einen Grossteil der zum Kloster gehörenden Teiche und Kanäle verbergen die Bäume des dichten Laubwaldes. Der Wander- und Radweg führt in einem grossen Bogen um sie herum. Die Mauern sind hoch, wie es sich für ein Kloster gehört. Weite und Ruhe bietet der grosse Park mit einladenden Bänken an schattigen Plätzen. Wer Fragen und Anliegen hat, kann sich an die Klosterpforte wenden. Auch wenn das Kloster Langwaden in unmittelbarer Nähe zu Neuss und Düsseldorf liegt, gehört es zum Erzbistum Köln. Erst Anfang der Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts gründeten die Zisterzienser das Priorat Langwaden. Einst lebten und beteten Prämonstranstenser an diesem Ort. Das war vor Napoleon und der französischen Revolution. Zwischenzeitlich wurden die Klostermauern niedergerissen oder zum Schloss in heutiger Gestalt umgebaut. Der Rest ist Geschichte.

Ein Garten fürs Kloster
Obst, Gemüse und Kräuter. Das alles wächst im Klostergarten der Zisterzienser von Langwaden. Es ist ein Klostergarten ganz im Sinne der Benediktusregel. Alles wächst innerhalb der Klostermauern. Und alles was im Klostergarten wächst, dient der Versorgung der Gemeinschaft. Es ist ein weiter Garten mit Obstbäumen verschiedener Sorten, Beerenobststräucher und grosse Beete fürs Gemüse verbirgt sich hinter dem hölzernen Tor. Die fleissigen Gärtner haben Besucher gern. Sie bitten höflich, die Privatsphäre der Mönche zu respektieren. Sie bewirtschaften vor fremden Blicken verborgen die Flächen direkt am Haus. Die Bewirtschaftung ist Bio. Da wachsen auf den Brachflächen Beikräuter und blühen bunt vor sich hin. Im Kiosk am Eingang kann käuflich erworben werden, was im Klostergarten gerade wächst und erntereif ist.



Maria hat ihre Nase ab. Wieso die Marienstatue am Brunnen im Klostergarten ihre Nase verlor, war leider nicht zu erfahren. Schade. Die Keramik mit den Teichrosen zu Füssen erinnert innerhalb bestellten Gemüse- und Salatbeete daran, dass die Bestimmung des Ortes ein Klostergarten ist. Die Abwesenheit allen Schmückendes und die Anwesenheit Mariens versinnbildlicht das Arbeiten und Beten, wie es Benedikt vor das monastische Leben vorsah.
Info und Anreise:
Mit dem Fahrrad ist das Kloster Langwaden gut zu erreichen. Einige gut ausgebaute Radwege führen dahin. Selbst eine kleine Wanderung von Kapellen-Wevelinghoven aus ist machbar und bietet einen recht abwechslungsreichen Weg.

