Mitten in der niederländischen Provinz von Noord-Brabant liegt die Prämonstratenser-Abtei van Berne. Eigentlich sind es Norbertiner. So nennen sie sich in Belgien und den Niederlanden. Sie betreibt eine kleine Brauerei. Ihre kleinen 0,33-er Flaschen sind bekannt und bei Bierkennern begehrt. Doch die meisten Menschen kommen nach Heeswijk-Dinther nicht des Bieres wegen. Die Abdij van Berne übt die Anziehungskraft all der anderen Klöster aus. Sie ist ein Platz der Ruhe, der Spiritualität und Einkehr. Bei aller Offenheit, die dieser Ort ausstrahlt, wirkt er zugleich wie ein sicherer Rückzugsort. Vielleicht ist das auch der Lage geschuldet. Abseits der grossen Städte, umgeben von Wäldern und Feldern wirkt die Abtei abgeschirmt von der grossen lärmenden Welt.

Ganz viel Natur
Ein kurz gestutzter Rasen und ein imposanter Gingkobaum begrüssen die Besucher nach dem Durchschreiten des Klostertors. Alles scheint sorgfältig arrangiert und geordnet. Wer es wild will, muss schon hinters Haus schauen. Der Weg führt rechts an der Klostergebäuden vorbei. Dort öffnen sich die Flächen zu parkähnlichen Flächen, wilden Wiesen, den Bienenstöcken und dem grossen Klostergarten mit seiner bunten Blütenpracht und den heilenden Kräutern. Zwar sind die einzelnen Abteilungen des Gartens mit Hecken abgetrennt. Doch scheinen die Übergänge fliessend und der kleine Weg verliert sich im Schatten des angrenzenden Waldes.
Der Garten bietet ganz viel Platz. Das ist etwas Besonderes in einem Land, das sonst alles auf kleinster Fläche präsentiert. Hier kann man bummeln, träumen, meditieren oder sich ganz einfach mit den Pflanzen, Stauden und Bäumen beschäftigen. Den Heilkräutern wurde eine schattige Stelle zugewiesen, während die Sommerblumen im schönsten Sonnenlicht ihre Pracht entfalten. Ein schmaler Pfad führt über eine wilde Blühwiese zur Streuobstwiese, wo Bänke im Halbschatten zum Verweilen einladen.
Der Reiz dieser Gärten liegt im Zusammenspiel von natürlicher Wildheit und gärtnerischer Sorgfalt.

Zur Ruhe kommen
Die Abdij van Berne ist ein freundlicher offener Ort. Kein geschlossenes Tor hindert Besucher am Betreten der Klosteranlage. Die Klosterkirche steht offen. Der Ort verströmt Stille. Selbst Besucher, die von Haus zu Haus eilen, vermeiden jeden Lärm. Man grüsst sich lächelnd und leise. Das wirkt ansteckend. Mit ein wenig Ruhe und Freundlichkeit im Herzen kehrt man zurück von diesem Ort in die Niederungen des Alltags.



Kein blühender Garten ohne arbeitende Hände. Das gilt auch für einen Klostergarten. Wie so oft, werden auch die Norbertiner von enthusiastischen Gartenliebhaberinnen unterstützt. Diesem Grüppchen ist es zu verdanken, dass es immer wieder etwas zum Staunen gibt. Weil das so ist, hat sich er Klostergarten über die Jahre zu einem Geheimtipp unter Kräuterliebhabern entwickelt. Und die kommen nicht nur aus Brabant.

Hopfen von der Stange
Der Hopfen, eine Zutat für das leckere Abteibier, wächst direkt hinterm Haus. An einem grossen Gerüst, wie man es aus den Hopfenanbaugebieten kennt, rankt sich der Hopfen empor. Das ist beeindruckend. Somit wird klar: das Berne Abdijbier ist ein durch und durch natürliches regionales Produkt. Wer viel Zeit hat, kann ihm sozusagen beim Wachsen zuschauen. Im Berne Abdijwinkel, dem Klosterladen, sind die Fertigprodukte käuflich zu erwerben. Fürs Abendbier sollte man sich beeilen. Der Klosterladen schliesst zeitig. Sonst sitzt man trocken im Garten der Abtei und kann sich nur an den herrlichen Pflanzen erfreuen.



Info und Anreise:
Rings um die Abtei gibt es Parkplätze. Die Anreise mit dem Fahrrad (Fiets) lohnt sich auch. Von s’Hertogenbosch ist es eine gute Stunde. Dafür gibt es mehrere Varianten. Wer den direkten Weg nicht wählt, kann die landschaftlich reizvolle Route durch Wälder und über die Felder nutzen.

