In den Kräuterfeldern des Klosters Reute werden von den Schwestern auch Ringelblumen angebaut.
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Ringelblumen

Calendula officinalis

Mit ihrer haut- und wundheilenden Wirkung zählt die Ringelblume (Calendula officinalis) zu den bekanntesten und beliebtesten Heilpflanzen. Sie gehört zu den Korbblühern. Menschen die darauf allergisch reagieren, sollten von der Behandlung ihrer Beschwerden auf Ringelblumen verzichten. Abgesehen davon sind Anwendungen mit Ringelblumen gut verträglich. Wie gut ihre Wirkung bei Läsionen und Erkrankungen der Haut ist, beschrieb schon eindrücklich Hildegard von Bingen in ihrer ‚Physica‘. Ihre damals erwähnten Indikationen bestehen bis heute. Die leuchtend orangen Blütenköpfe der Ringelblumen sind regelrechte Sonnenfänger. Scheint sie einmal nicht, mag sie noch nicht einmal ihre Blüten vollständig öffnen.

Gart der Gesundheit, 1487

Ringelblumen im Feld biologisch angebaut von den Schwestern des Klosters Reute.

Innerlich anwenden

Zahlreichen Kräutertee-Mischungen sind Ringelblumen-Blüten beigefügt. Ihr Geschmack erinnert ganz leicht an Sonnenblumenöl. Ihre Wirkung ist balsamisch. Besonders vorteilhaft ist das für Menschen, die an Magen-, Darm-Erkrankungen leiden. Ringelblumenblüten lindern Beschwerden bei Entzüdungen und Reizungen der Schleimhäute. Aus diesem Grund sind Spülungen und Gurgeln mit Aufgüssen der Ringelblumen-Blüten bei Hals- und Rachen-Reizungen wirkungsvoll und hilfreich.

Äusserlich anwenden

Für äusserliche Anwendungen werden die Ringelblumen-Blüten zu Aufgüssen, Salben und Tinkturen verarbeitet. Dabei kommt es auf den Verwendungszweck an. Umschläge mit Aufgüssen sind geeignet, die Wundheilung bei kleinen oberflächlichen Verletzungen zu beschleunigen. Salben und Tinkturen können bei Ausschlägen, Ekzemen oder gereizter Haut hilfreich sein. Die Zubereitungen mit Ringelblumen-Blüten sind in der Regel einfach. Sie werden in die jeweilige Substanz eingebracht. Dann braucht es einige Zeit, bis die Wirkstoffe übergegangen sind. Bei Aufgüssen geht es am schnellsten. Die öligen und cremigen Substanzen brauchen da schon länger.

Die Universalgelehrte Hildegard von Bingen ist die Symbolfigur für mittelalterliche Klosterheilkunde schlechthin.

„Die Ringelblume ist kalt und feucht und besitzt eine starke Grünkraft.“

Nonnen und Mönche haben sich gleichermassen an den Ringelblumen bedient. Hautläsionen brachte die tägliche Arbeit oder auch die Lebensumstände mit sich. Eine typische Heilpflanze der sogenannten Klosterheilkunde ist die Ringelblume (Calendula officinalis) nicht. Sie war schon immer ausserhalb und innerhalb der Klostermauern bekannt. Es brauchte nicht der Bücher und Schriften, sie in den Klostergärten zu kultivieren. Meist war es bereits vorhandenes Wissen, was die Novizen mitbrachten oder einfach Gewohnheiten aus ihren bisherigen Umfeld fortsetzten. Es ist gut möglich, dass so manche Klosterapotheke den Mägden und Knechten mit ihren Ringelblumen-Zubereitungen die Arbeitskraft erhielten.

Sonnenschein der Gärten

Ringelblumen (Calendula officinalis) gehören in jeden Bauern- und in jeden Klostergarten. Erst ihre gelb-orange leuchtenden Blüten machen optisch das Bild perfekt. Sie säen sich immer wieder aufs Neue aus. Zum Wachsen und Gedeihen benötigen sie Platz. Daher sollte beim Aussäen auf genügend Abstand geachtet werden. Als Begleitpflanzen eignen sie sich für Kohl, Bohnen und Tomaten, weil Schädlingen sie nicht so besonders mögen. Geerntet werden die offenen Blütenköpfe. Zum Trocknen brauchen sie eine trockene Unterlage. Die Blütenblättchen werden abgezupft. Mit Sonne und frischer Luft gelingt die Trocknung, die mitunter einige Zeit beansprucht. Für Salbenzubereitungen werden manchmal auch frische Blütenköpfe verwendet. Das ist abhängig von der Rezeptur.

mehr der teufel hat, je mehr will er ha

Flavonoide, Carotinoide, Saponine, ätherische Öle

entzündungshemmend, antimikrobiell, wundheilungsfördernd

sonnige Standorte mit lockeren Böden

Quellen:

Heil- und Gewürzkräuter Naturgemäßer Anbau und Verwendung; Abtei zur Hl. Maria, 6. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2017.

von Bingen, H.; Heilsame Schöpfung – Die natürliche Wirkkraft der Dinge ‚Physica‘; übersetzt von Ortrun Riha, Beuroner Kunstverlag, 2012.

Schönberger; Gart der Gesundheit, Nachdruck der Ausgabe von 1487; hansebooks, 2016.