Schwester M. Birgit ist Gärtnerin mit Leib und Seele.

Kräuteranbau rein biologisch

Hervorragende Qualität ohne Chemie ist machbar. Die vielen Mühen und kräftezehrenden Arbeiten sind allerdings nicht zu übersehen. Zu jeder Tageszeit sind die Gärtnerinnen und Gärtner geschäftig unterwegs. Dafür stehen die Pflanzen und Kräuter in bester Verfassung. Natürlich wollen auch die Beikräuter in Schach gehalten werden, sonst wuchern sie über. Schwester M. Birgit zuckt resigniert mit den Schultern, wenn sie an die Ackerwinden in den Pfingstrosen denkt. Es ist keine Kapitulation, sondern eher ein Akzeptieren mit schwerem Herzen, dass in Gottes grossem Garten nicht alles spriesst, wie es soll. Strahlend und dabei doch bescheiden verweist sie allzu gern, auf alles was in ihren Gärten wächst und gedeiht. Zu den Kräutern und Heilpflanzen weiss sie viel zu berichten. Fürs Erzählen hat sie eigentlich gar keine Zeit. Sie hat doch noch so viel vor in ihren Beeten!

Flinke Hände und jahrzehntelange Erfahrung lassen die Ernte rasch vorangehen. Den Schwestern bereitet das Freude neben einer gewissen Zufriedenheit und Genugtuung.
Königskerzen sind beeindruckende Heilpflanzen. Sie schmücken die Felder und Beete, blühen jeden Morgen neu und schenken zugleich mit ihren Blüten heilende Kräfte für die kalte Jahreszeit.
Am Morgen nach der Laudes schwärmen die Schestern aus zu den Kräutern und pflücken die kostbaren Blüten der Königskerze.
Die frischen Kräuter werden von den Schwestern in mühevoller Handarbeit sortiert und die Blättchen abgezupft. Die Tätigkeit ist freiwillig. Manche 80jährige ist dabei und fühlt sich als wertvolles Mitglied der Gemeinschaft.

Jede Menge Arbeit

So ein Klostergarten macht ganz schön viel Arbeit. Dabei ist es nicht der Garten alleine, der versorgt und gepflegt werden will. Reine Schönheit nährt nicht. Sind erst die Früchte, Blüten und Blätter geerntet, wollen sie verarbeitet und haltbar gemacht sein. Fleissige Hände sind gefragt.

Stehen die Türen der hölzernen Halle offen, entweicht ihr ein würzig blumiger Duft. Wenn die Schwestern am Tisch sitzend die frisch gepflückten Kräuter zum Trocknen vorbereiten und sortieren. Ihre Sorgfalt zahlt sich aus. Nicht nur die Kräuterteemischungen von Kloster Reute sind begehrt. Auch andere Produzenten von Kräutertee-Mischungen haben Interesse an der Bio-Ware aus Reute. Vom kühlen Morgen bis in die warmen Nachmittagsstunden herrscht stille Geschäftigkeit, wenn Kräutersaison ist. Der Duft der Kräuter erfüllt den Raum.

Heilkräuter aus dem Klostergarten

Die Blüten der majestätischen Königskerzen sind ein wunderbares Heilmittel bei Erkältungen und Reizungen im Hals- und Rachenraum. Das wusste bereits Hildegard von Bingen. Sie empfahl den Ansatz der Blüten in Wein.

Die frisch gepflückten Blüten der Königskerzen werden gesammelt, bevor sie unter den grossen Dächern von Kloster Reute zum Trocknen ausgelegt werden.

Salbei gedeiht in langen Reihen in Beeten der Kräuterfelder vom Kloster Reute.
Ringelblumen sind beliebt und sehr begehrt im Kloster Reute. Für den Eigenbedarf und für den Verkauf sind die biologisch erzeugten Blütenköpfe ein wertvolles Gut.
Eine Reihe Ysop gibt es im Kräuterfeld des Klosters Reute. Die Bienenschwester Hiltrud freut es.

Info und Anreise:

Zahlreiche Wander- und Fahrradwege kreuzen sich am Fusse des Klosterberges. Der nächste Bahnhof befindet sich in Bad Waldsee.

In regelmässigen Abständen führt Schwester M. Birgit die Besucher durch den Klostergarten von Reute. Interessenten müssen sich rechtzeitig vorher anmelden!

https://www.kloster-reute.de