Rote Rose auf der Terrasse des Stifts Göttweig.

Prälatengarten

Der Prälatengarten – ein Zeichen absolutistischen Einflusses

Ein ausgeprägtes Repräsentationsbedürfnis als Ausdruck der Gegenreformation kennzeichnete die Zeitepoche des Barocks. Ein neuerwachtes Selbstbewusstsein des Katholizismus äusserte sich in einer fulminanten Formen- und Farbensprache, die in der repräsentativen Konzeption kaum Grenzen kannte. Barocke Anlagen von Klöstern und Stiften ähneln denen prunkvoller Schlösser und Residenzen. Äbte waren infulierte Prälaten mit einem feudalen Herrschaftsanspruch, der sich auch in einer Hofhaltung und der Beanspruchungen von Ämtern äusserte. Der Heilige Benedikt sah zwar in der von ihm verfassten Regula eine hierarchische Trennung innerhalb der Gemeinschaften vor. Dieser Hervorhebung des Amtes und seiner Stellung innerhalb des Klosters mit der Anlage eines Prälatengartens übertraf das bis dahin Gewohnte. Diese Zurschaustellung sollte den Anspruch der Prälaten als absoluter Herrscher in der Gleichstellung mit weltlichen Fürsten unterstreichen. Pompös überbordend wurden sie mit Bäumen, hohen Hecken, Brunnen und dekorativen Gewächsen ausgestaltet. Im Laufe der Zeit verloren sie an Bedeutung und wurden teilweise umgewidmet, bzw. erst in den letzten Jahrzehnten wieder botanisch zu neuem Leben erweckt.

Gelbe Rosen im Konventgarten
Eine blühende Passionsblume aufgenommen im Kräutergarten des Klosters Benediktbeuern. Passionsblumen sind eher ungewöhnlich in Klostergärten. Der Klimawandel macht es möglich.
Schwertlilie im Klostergarten des sächsischen Zisterzienserinnenklosters St. Marienstern in Panschwitz Kuckau.